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2.2 Halbsynthetische Drogen
Zu den halbsynthetischen Drogen zählt das aus Opium gewonnene Heroin.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren viele Patienten aufgrund von
Morphiumbehandlung stark abhängig und man versuchte nun, den süchtig
machenden Stoff aus dem Morphium zu entfernen. Das Endprodukt, Diacetylmorphin
wurde von der Firma Bayer im Jahre 1898 unter dem Namen Heroin als Hustensaft
für Kinder auf den Markt gebracht. Als man feststellte, daß Heroin
einen Rausch verursacht und immer noch eine starke körperliche
Abhängigkeit erzeugte, wurde es verboten und später dem BtMG
unterstellt.
Der Heroinrausch dauert wenige Stunden, wonach der Süchtige sofort
wieder einen neuen Schuß benötigt. Er hat nur den nächsten
Schuß im Kopf und tut alles, um an neuen Stoff zu kommen. Dies führt
zu starker Beschaffungskriminalität und Prostitution im Bereich der
Heroinszene. Da Heroin meist gespritzt wird und der Spritzentausch
selbstverständlich ist, herrscht unter Süchtigen eine hohe
Ansteckungsquote von Aids und Hepatitis. Seltener wird Heroin geschnupft oder
geraucht. Reines Heroin hat auf den Organismus keinerlei schädliche
Auswirkungen, da jedoch meist 80-90% des verkauften Stoffes aus Streckmitteln
wie Strychnin oder Milchpulver besteht, wird der Körper der Konsumenten
nach und nach zerstört. Es treten schwere Organschäden und
Schädigungen des zentralen Nervensystems auf. Wird der Reinheitsgrad auf
dem Schwarzmarkt plötzlich erhöht, führt dies häufig zu
Überdosierungen und vielen Todesfällen. Die tödliche Dosis liegt
hier sehr nahe an der wirksamen Dosis. Feldversuche in der Schweiz und England,
wo reines Heroin aus Apotheken an Schwerstabhängige abgegeben wurde zeigen,
daß bei reinem Heroin keine sozialen und körperlichen Schäden
auftreten und die Abhängigen einem geregelten Leben nachgehen können.
Die Abhängigkeit selbst wird jedoch durch die Abgabe von Heroin auf
Krankenschein nicht eingedämmt. Hierzu bedarf es anderer
Therapiemöglichkeiten. Eine davon ist die Substitution von
Heroinabhängigen durch Methadon. Methadon verhindert die
Entzugserscheinungen und erzeugt keinen Rausch, jedoch macht es ebenso
süchtig wie Heroin und verursacht gleichzeitig körperliche
Schäden. Eine weitere Möglichkeit der Substitution ist durch Codein
gegeben. Es wirkt ähnlich wie Methadon, verursacht jedoch noch
stärkere physische Schäden. Eine Therapie durch ein
Substitutionspräparat wie Methadon oder Codein ist sehr langwierig und oft
mit Problemen verbunden, da der Süchtige zwar körperlich "clean" wird,
die psychische Abhängigkeit jedoch nur schwer zu besiegen ist. Eine weitere
Möglichkeit ist die klinische Entgiftung. Hierbei wird der Patient einige
Tage mit Schlafmitteln betäubt in einer Klinik untergebracht, bis die
Entzugserscheinungen vorüber sind. Danach gilt es jedoch noch, die weitaus
stärkere psychische Abhängigkeit zu bekämpfen. Dies geschieht in
geschlossenen Therapieanstalten, wo der Abhängige keinen Kontakt zur
Außenwelt und zu Drogen hat. Dies kann jedoch nur auf eigenen Wunsch des
Abhängigen durchgeführt werden. Eine solche Therapie dauert
normalerweise 1-2 Jahre.
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