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Eine weitere halbsynthetische Droge ist das Kokain. Es wird aus den in
Südamerika wachsenden Blättern der Koka-Pflanze gewonnen. Diese
Blätter werden seit Jahrhunderten von den einheimischen Indianern gekaut
und haben eine aufputschende Wirkung, sind für die Einheimischen jedoch
unschädlich. Unter Verwendung von Kerosin und Schwefelsäure werden nun
die getrockneten Blätter zu hochgiftiger Kokapaste verarbeitet, die dann
mit Hilfe von Salzsäure zu Kokain veredelt wird. Kokain wurde erstmals 1850
bei Operationen in der Anästhesie verwendet und wurde bald zur Droge der
High Society. 1884 schrieb Sigmund Freud, der selbst Kokain- Konsument war,
positiv über die Wirkung des Kokains und 1908 wurden in den
Großstädten große Werbeaktionen für Kokain veranstaltet,
das damals noch frei verkäuflich war. Die größte
Kokainhandelskette war der Pharmakonzern Merck, der später auch das MDMA
entwickelte. Kokain verursacht in seltenen Fällen eine körperliche
Abhängigkeit. Die psychische Abhängigkeit hingegen ist sehr stark,
weshalb Kokain von der Gefährlichkeit her mit Heroin auf eine Stufe
gestellt werden kann. Es wird normalerweise geschnupft, selten auch gespritzt.
Kokain verursacht bei längerem Gebrauch schwere irreversible Organ- und
Gehirnschäden und zerstört die Nasenschleimhäute. Die Wirkung ist
aufputschend und verstärkt das Selbstbewußtsein. Es führt zu
erhöhter Leistungsfähigkeit und verstärkt die Gefühle. Ein
Kokainkonsument ist meist von der Außenwelt isoliert und vielfach
aggressiv. Er selbst fühlt sich zufrieden. Gleichzeitig nimmt der Rededrang
unter Kokaineinfluß stark zu, wobei der Konsument seinem Umfeld die eigene
Überlegenheit zu demonstrieren versucht. Kokain ist auf dem Schwarzmarkt
verhältnismäßig teuer, weshalb es vor allem von höheren
Gesellschaftsschichten konsumiert wird. In den letzten Jahren sind die
Schwarzmarktpreise jedoch rapide gefallen, so daß Kokain mehr und mehr
auch für die Mittelklasse erschwinglich wird. In Großstädten wie
Hamburg, wird die Straßendroge Heroin zunehmend vom Kokain verdrängt.
Ein Ableger des Kokain ist das sogenannte Crack. Crack entsteht, wenn Kokain mit
Backpulver verbacken wird. Es ist in Deutschland kaum vorhanden, entwickelt sich
in den USA jedoch zu einem größeren Problem. Im Gegensatz zu Kokain
wird Crack in der Regel geraucht. Crack verursacht sowohl eine starke
psychische, wie auch körperliche Abhängigkeit. Der Rausch dauert ca. 5
Minuten woraufhin der Konsument sofort eine neue Crack- Pfeife benötigt.
Eine Dosis Crack kostet z.B. in New York zwischen einem und fünf Dollar und
ist eine der meistkonsumierten Drogen in den USA. Es verursacht noch
gravierendere körperliche Schäden als Kokain selbst.
Die letzte halbsynthetische Droge ist das Lysergsäurediäthylamid,
kurz LSD. Diese, durch den Harvard-Professor Timothy Leary populär
gewordene Droge war vor allem in der 68er Generation als
bewußtseinserweiternde Droge beliebt und wird heutzutage wieder von der
Techno – Generation als Partydroge konsumiert. LSD kommt in der Natur in
dem Mutterkorn - Pilz vor, welcher auf Getreide wächst und schon im
Mittelalter unter der Bevölkerung schwere Vergiftungen verursachte. LSD
wird jedoch fast ausschließlich synthetisch hergestellt, da eine
Extraktion aus dem Mutterkornpilz sehr aufwendig ist. Ein LSD- Trip besteht
meist aus einem kleinen Streifen Löschpapier, auf welchen ein Tropfen LSD
geträufelt wurde. Die wirksame Dosis von LSD liegt bei 1/10000 mg. Sie ist
also nur sehr schwer genau zu dosieren, weshalb die Wirkung eines Trips nicht
abzusehen ist. Der LSD Rausch dauert 8-16 Stunden. LSD wirkt dabei aufputschend
und stark halluzinogen Der Konsument sieht Dinge, die nicht vorhanden sind und
taucht in eine völlig andere Welt ab. In einigen Fällen kommt es dabei
zu "Horror-Trips", die sich zu Psychosen entwickeln können und vielfach zum
Selbstmord führen, weil der Konsument beispielsweise glaubt, er sei ein
Vogel und springt aus dem Fenster. Körperliche Schäden von LSD sind
nicht bekannt. Ob psychische Schäden entstehen, hängt dabei ganz vom
Konsumenten ab. Bei einer labilen Psyche entstehen vielfach Psychosen, die der
Konsument dann jahrelang mit sich trägt. Solche LSD-Opfer sind dann meist
ein Fall für die Psychiatrie. Bei LSD ist weder eine körperliche, noch
eine psychische Abhängigkeit bekannt, weshalb viele Jugendliche
leichtfertig zu der Droge greifen. Heutzutage wird LSD meist als Partydroge
mißbraucht, obwohl es von der Wirkung her eher eine Psychodroge ist.
Gerade auf Techno – Parties, wo eine Reizüberflutung durch
Lichtblitze und laute Musik vorliegt, kann LSD zu fatalen psychischen Folgen
führen. Der Preis für einen solchen Trip liegt heutzutage bei ca. 30
Mark.
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