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2.3 Synthetische Drogen
Zu den synthetischen Drogen zählt man vor allem die sogenannten
Designerdrogen. Die Meistkonsumierte ist Ecstasy, wobei Ecstasy aus
verschiedenen Stoffen bestehen kann. Normalerweise versteht man unter Ecstasy
MDMA (3,4 Methyldioxy-n-methylamphetamin) Diese Substanz wurde 1903 von der
Firma Merck als Appetitzügler entwickelt. Aufgrund der starken
Nebenwirkungen kam es jedoch nie auf den Markt. Mitte der 80er Jahre wurde es in
den USA von Jugendlichen wieder als Droge entdeckt und 1986 auch in Deutschland
dem BtMG unterstellt. MDMA steigert die Leistungsfähigkeit der Konsumenten
und erhöht die Stimmung. Die Droge erzeugt ein Glücksgefühl,
wobei der Konsument im Gegensatz zu anderen Drogen noch rational denken kann.
Eine Steigerung der Körpertemperatur durch MDMA führt vielfach zu
Hyperthermie, was einen Kreislaufkollaps verursachen kann. Häufiger
Gebrauch führt zu Gehirn- und Leberschäden, sowie zu Schädigungen
des zentralen Nervensystems. In letzter Zeit wird immer häufiger von MDMA-
Konsumenten berichtet, die aufgrund von Depressionen und Selbstmordgedanken in
eine psychiatrische Anstalt eingeliefert werden mußten, sowie von
Todesfällen durch Kreislaufkollaps oder Leberversagen. MDMA verursacht
keine physische Abhängigkeit, bei häufigem Gebrauch jedoch eine starke
psychische Abhängigkeit. Ecstasy wird vor allem von Jugendlichen zwischen
15 und 25 Jahren konsumiert. Ein schwerwiegendes Problem bei Ecstasy- Konsum
ist, daß die Tabletten neben MDMA meist auch andere Drogen wie MDA, MDE,
andere Amphetaminderivate oder gar Heroin enthalten. Diese Drogencocktails
verstärken die körperlichen Schäden um ein Vielfaches. Auch
Psychosen wurden beobachtet, falls halluzinogene psychedelische Stoffe wie MDA
oder LSD in einer Tablette enthalten sind. Der Konsument ist in diesem Fall
nicht auf eine halluzinogne Wirkung vorbereitet und wird so überrascht,
daß er Rausch und Realität nicht mehr trennen kann, was vielfach zu
Kurzschlußreaktionen, wie Gewaltausbrüchen oder Selbstmordversuchen
führen kann. Ecstasykonsum laugt den Körper aus, wodurch der Konsument
eine längere Ruhephase benötigt, die vielfach einfach durch die
nächste Tablette überbrückt wird. Ein weiteres Problem ist die
hohe Toleranzbildung bei MDMA, was dazu führt, daß die Wirkung bei
mehrmaligem Konsum nachläßt, und der Konsument versucht, dies durch
eine höhere Dosis auszugleichen. Dauerkonsumenten nehmen auf diese Weise
teilweise 5-10 Tabletten an einem Abend, was einen Erstkonsumenten sofort
umbringen würde. Eine Freigabe von MDMA hätte vermutlich schwere
Konsequenzen für die Gesundheit der Jugend und ist somit nicht tragbar. In
den Händen eines Psychiaters kann MDMA jedoch erfolgreich bei der
Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Auch diverse anderen
Amphetaminderivate unterstehen dem BtMG, deren Wirkung ähnlich der von MDMA
ist, die Nebenwirkungen teilweise jedoch noch weitaus gravierender sind. Die
Liste der illegalen Designerdrogen ändert sich kontinuierlich, da Chemiker
immer neue psychoaktive Cocktails mischen, die dann von den Jugendlichen
konsumiert werden. Dies geschieht meist in illegalen Küchenlaboratorien in
Holland oder der tschechischen Republik, wo der größte Teil dieser
Drogen herkommt. Der Herstellungspreis für eine Tablette liegt hierbei bei
wenigen Pfennigen, während der Straßenverkaufspreis zwischen 20 und
50 Mark liegt.
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